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Making of „Red“

Making of „Red“
In kleiner Runde lieber Freunde stellen wir uns gegenseitig wöchentlich fotografische Aufgaben und setzen ein vorgegebenes Thema in einer Aufnahme um. Vor einigen Wochen war das Thema „Rot“ und mir war klar, das diese Vorlage für eine erotisch freche Umsetzung geradezu prädestiniert ist.

"Red"

Als Model hat sich die gemeinsame Freundin Isabel schnell bereit erklärt mitzuwirken und zusammen haben wir uns an die Planung und Umsetzung gemacht. Ich stellte mir von vorn herein einen bestimmten Look vor, so wie ihn der Unterwäsche-Hersteller Falke für seine Produktfotos verwendet. Eine Herausforderung dabei war der verfügbare Raum, da ich über kein eigenes Studio verfüge sondern mein Wohnzimmer dafür umbauen muss. Und mit gut 3,5 Metern Tiefe hat man nicht viel Platz für Ganzkörperaufnahmen 😉 (Update 2017: wenn die Damen unter 1.70 sind und ich ganz nach hinten in die Küche gehe, dann geht es auch)

Planung? Korrekt.

Wirklich gute Dienste hat mir hier die Software set.a.light3D von elixxier geleistet: mit dem Program analysiert  man Lichtsetups und kann schon vor dem Shooting die Lichtsetzung planen und im gewissen Umfang beurteilen. Das ist sehr praktisch wenn man nicht erst eine Stunde lang vor dem Model die Lampen in Stellung bringen will und weitere 45 Minuten herumblitzt bis das Licht endlich soweit steht das man anfangen kann. Und ganz ehrlich: es entspannt Fotograf (und Model) ungemein, wenn man schon grob vorher weiss was man tun möchte.

Die Software kommt in zwei Versionen Basic und Studio, warum bei der preiswerteren Version ausgerechnet die manuelle Eingabe der Raummaße nicht möglich ist, erschließt sich mir nicht. Gerade Low Budget Fotografen müssen mit häufig wechselnden (kleinen) Räumen planen.

Noch eine weitere Anmerkung zu set.a.light3D: nach endlosen Dikussionen und Fragen in diversen Foren ist die Software unglaublich gut dazu geeignet, den eigenen Bedarf an Licht und Lichtformern abzuschätzen. Denn die Aussage „Viel hilf immer viel“ stimmt so gar nicht. Man kann sich immer etwas mehr Licht ermogeln als einen viel zu starken Blitz dunkel zu bekommen!

Challenge? Accepted.

Da ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Idee hatte, wie ich den Hintergrund und Boden schwarz bekommen sollte, stöberte ich ausgiebig in diversen Low Budget Foren herum und spekulierte auf breite Papierrollen / Papier-Tischdecken aus dem Gastronomie-Bedarf. Mit gut 25 Euro immer noch preiswerter als Fotohintergrundkarton für mehrere Hundert Euro. Beim herumsuchen fand ich dann immer häufiger ein Hintergrundset aus einer Kunststoff-Faser im Doppelpack für 20 Euro. Die Bewertungen waren durchweg mies (die wenigen Guten stammten von Testern, die die Ware kostenlos bekommen hatten), aber ich wollte es dennoch ausprobieren. Ebenfalls wurde noch ein Stativ-Set von Neewer für 40 Euro bestellt.

Die Hintergründe kamen, wie erwartet, aufgefaltet (und nicht gerollt, wie es versprochen wurde) und auch nach einigen Tagen aushängen wurde ich die Falten nicht los. Bügeln kommt nicht in Frage, das Kunststoff löst sich recht schnell unter dem Bügeleisen auf. Da der schwarze Hintergrund für dieses Motiv im Fokus stand und ich vorhatte, das Bild nach hinten „absaufen zu lassen“, war mir das erst mal egal. Die 20 Euro würden mich nicht umbringen und ich wusste, was mich erwartet. Als Nachtrag sei zu sagen, das ich eine Lösung fand: ich habe mir aus dem Chinamarkt lange Rollen gekauft und die Hintergründe straff aufgewickelt. Diese Behandlung hat die Falten fast vollständig eleminiert und auch der weisse Hintergrund ist nun durchaus zu gebrauchen.

Dank der konkreten Idee, der Ausarbeitung mit set.a.light3D und der gezielten Umsetzung mit Isabel und Gabi als Assistentin war das eigentliche Bild innerhalb von Minuten im Kasten.  Wir hatten also noch etwas Zeit für weitere Fotoideen und nach gut einer Stunde haben wir einige weitere schöne Aufnahmen gemacht. Das ich dabei ständig auf dem Boden herungerutscht bin, hat der Stimmung keinen Abbruch getan und brachte mir den Spitznamen „Floorphotographer“ ein. 😀

Ausbeute

Ausbeute

  • Olympus PEN-F mit Olympus M.Zuiko Digital ED 12-40 mm 2.8 PRO (@ 30mm = 60mm equiv. KB)
  • Blende 11 bei 1/160 sec,
  • 2x Interfit EXD 200, ausgelöst via TwinLink T2D Radio Remote
  • 60cm Softbox
  • 80cm Durchlichtschirm
  • diverse Kaffee und Apfelsaftschorlen
  • Ibiza Chillout 2016 😀

About The Author

Heiko

BüroAmMeer. Fotografiert gern. Produktmanager, Projektleiter, Softwareentwickler und Game Designer, je nach Tageszeit, Erfordernis, Lust und Laune. Auswanderer, Roadsterliebhaber.

2 Comments

  1. mendweg

    Lieber Herr Kanzler,
    Sie schreiben zu selten/unregelmäßig und so bekommt man gar nicht mit, wenn Sie was hübsches und neues veröffentlichen. Gelungene Vorbereitung, attraktives Model und sehr gelungene Bilder! Das Hauptbild ist tatsächlich auch mein Favorit.
    Herzliche Grüße
    F.
    PS: wie lange ist Vegas her? Gibt es den Pajero noch?

    Antworten
    • Heiko

      Der Herr Mendweg. Schön mal wieder von Ihnen zu hören
      (Okay, hier ist ja auch nicht soviel los gerade 🙂 )
      Ja, ich fröne mal wieder meinem Hobby und mache hier und da ein Foto (werden aber alle separat auf heikokanzler.photo oder auf Instagram veröffentliht). Hier gibts dann das ein oder andere „Making Of“ und ein wenig Technik-Gesülze oder Rants über zu teure Ausrüstung geben 🙂

      Antworten

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