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Fasten. Genuss.

Fasten. Genuss.
Die Feiertage haben wir hinter uns gebracht. Nun schaut man nicht nur auf die Pfunde, die sich da auf den Hüften versammelt haben. Ich möchte an dieser Stelle nicht auf das allseits bekannte (Heil-)Fasten  zu sprechen kommen, sondern eine Lanze für den Geschmack brechen. Fasten für den Genuss?

„Ist der Kanzler denn jetzt völlig bescheuert geworden?“

Nein. Ich plädiere für ein partielles Fasten, für das bewusste Verweigern eines einzelnen Genusses. Einfach mal für zwei Wochen auf den Lieblingswein, -whisky oder das Lieblingsgericht verzichten. Eine Woche lang keinen Kaffee, keinen Tee sondern einfach nur Wasser trinken.

Nach einer entsprechenden Abstinenz findet man dann wieder mehr und – das vor allem – gesteigerten Gefallen an seiner Lieblingsnahrung. Durch das bewusste „wiederentdecken“ nimmt man mehr Details wahr, entdeckt neue Facetten an den Speisen und Getränken.

Eine andere Variante des Fastens ist die Reduktion der Konsumentengewürze wie Salz, Pfeffer, Zucker und Monoglutamate. Wir essen völlig überwürztes Essen. Die individuellen Nuancen der Nahrungsbestandteile kann unter dem künstlichen Aromateppich gar nicht mehr wahr genommen werden. Im Grunde schmeckt alles gleich. Und um aus dieser Lebensmitteluniformität auszubrechen wird noch weiter gewürzt. Kaum noch jemand ist in der Lage, geschmacklich Geflügel- oder Schweinefleisch zu unterscheiden. Gemüse wird unter Saucen begraben und verliert seinen eigenen Charakter. Den man sowieo nicht hätte erkennen können.

(Teil-)Fasten, und die Nahrungsaufnahme wird wieder zum Genuss!

About The Author

Heiko

BüroAmMeer. Fotografiert gern. Produktmanager, Projektleiter, Softwareentwickler und Game Designer, je nach Tageszeit, Erfordernis, Lust und Laune. Auswanderer, Roadsterliebhaber.

11 Comments

  1. Lauffrau

    Ich kann dir nur absolut zustimmen. Ich habe früher einige Male (heil)gefastet und war jedes Mal wieder überrascht und sehr angetan wie intensiv der Geschmack danach wieder ist!

    Auch kochen wir (fast) gänzlich ohne Geschmacksverstärker…etwas, was du sehr zu schätzen lernst.

    Ich bin leider dieses Jahr noch nicht so weit…ich schaffe meine Abstinenz irgendwie noch nicht, die Gelüste auf Süßigkeiten, Alkohol und reichhaltiges Essen sind leider noch sehr präsent.

    Aber ich arbeite dran! 🙂

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    • Heiko

      Die Lust ist bei mir auch immer da. Und ich muss ja auch nie lange verzichten. Nur eine kurze Pause 😉
      Nur mit den Gewürzen, da habe ich vor ca. 10 Monaten mehr oder weniger den Schlussstrich gezogen. Ich sag immer: wer die unterschiedlichen Mineralwasser geschmacklich unterscheiden kann, der ist schon auf dem richtigen Weg.

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  2. Der Applejünger

    Um Gottes Willen!!!
    Bist du wahnsinnig???
    Das Leben könnte morgen vorbei sein, und du hast die letzten Stunden auf Erden auf Genuss verzichtet!!!!!!

    Neee, auch wenn ich deine Idee nachvollziehen kann, für mich wäre das nichts. 😉

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    • Heiko

      Aber Du sollst doch nicht auf alles gleichzeitig verzichten. Einfach mal für zwei Wochen auf den Whisky verzichten bevor Du eine neue Sorte probierst. Ich mache z.B. immer eine einwöchige Kaffeepause wenn ich eine neue Sorte probieren möchte. Das sensilibiert mich für die neuen Aromen.

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    • Ducky

      Also, das mit dem wahnsinnig kann ich nur bestätigen, aber das ist er schon sehr lange 😉
      Aber in dem Punkt mal für eine kurze Zeit das, das man sehr gerne verzehrt zu verweigern kann ich nur absolut nachvollziehen. Es ist wirklich ein Genuß das wieder zu entdecken was man als selbstverständlich empfunden hat.
      Gruß Ducky

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  3. Pssst!

    äh, nee hr. kanzler. nee, nee, nee! ich verzichte nicht auf das, was ich gerne tue/trinke/esse, frei nach dem motto: lebe jeden tag, als wäre es dein letzter!

    aber soll ich ihnen was verraten? ich kann keinen ristretto mehr sehen. vielleicht in zwei wochen wieder? 😉

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    • Heiko

      Dein Motto passt ja von der Intention her zu meinem („Ich lebe nur einmal, und dazu noch viel zu kurz“). Von daher verweigere ich mir auch nicht viel. 😉

      Aber nach einigen „Ich kann das jetzt echt nicht mehr sehen“-Erlebnissen wie dem Deinen habe ich mir vorgenommen lieber mehr und vor allem auch mal andere Genüsse zu probieren.

      (Ich brauchte JAHRE bis ich wieder eine gute Erbsensuppe zu schätzen wusste 🙂 )

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      • Pssst!

        so geht es mir derzeit mit wodka oder einem guten williams. muss ich nicht haben. der gedanke daran beschert mir schon ein unwohlsein.

        also machen wir wohl doch soweit alles richtig!

        so long!

        pssst!

    • Heiko

      Nicht wirklich. Es sei denn Du stellst über einen längeren Zeitraum Deine Ernährung um. Ich habe es, mehr oder weniger unbewusst, getan und im Laufe der Monate einige Kilos verloren, da ich vor allem weniger Fett und Zucker zu mir genommen habe.

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