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Autor: Heiko

Auch das ist Berlin.

Jeden Morgen quält sich auch der unmotorisierte Berliner durch den Berufsverkehr: als Ersatz für die morgendliche Rushhour dienen überfüllte S- und U-Bahnen. Wer jemals dachte das nur in einer Parfümerie eine solche Vielfalt von Düften zu finden ist, der fuhr noch nie um acht Uhr mit der U1. Menschen aller Couleur und jeden Alters befinden sich auf den Weg zu ihrem Ziel. Sei es nun um unser Bruttosozialprodukt zu steigern oder die freie Zeit mit Shopping und Spaziergängen zu verbringen. Letzteres gilt vornehmlich für die glücklich beurlaubten unter uns oder unsere Mitbürger im Rentenalter. Letztere verbringen oft ihren Lebensabend...

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Zurückbleiben bitte.

Drängler und Nörgler gibts auch in der U-Bahn. Beim einsteigen stehen diese Leute stets vorne in der Schlange; wenn nicht, dann drängeln sie sich auf den Platz den andere Wartende für die Austeigenden gemacht haben. Beim einsteigen haben es die Drängler dann plötzlich nicht mehr so eilig: gemütlich wird in den Waggon geschlendert und in der Tür stehend nach einem passablen Sitzplatz gespäht. Der Aufruf „Zurückbleiben, bitte“ schindet keinen Eindruck auf sie, auch die Tatsache das noch andere Fahrgäste auf dem Bahnsteig stehen, lässt sie kalt. Nach endloser Zeit wurde endlich ein schöner Fensterplatz erspäht und nun dürfen auch...

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Frauenfussball.

Berlin an sich ist ja schon eine ungewöhnliche Stadt, aber Kreuzberg ist irgendwie noch mal was ganz anders. Dort spielt man auch schon mal entlang der Wiener Straße spontan Fussball. Aus zwei Verkaufsständern für Ansichtskarten wird ein Tor improvisiert und Antonia und Marianne liefern sich lachend unter den anfeuernden Zurufen vorbeikommender Passenten auf dem Gehsteig packende Zweikämpfe. Während die beiden sich abrackern um den kleinen Flummi (als „Ball“ kann man das kaum bezeichnen) in’s Tor zu pfeffern, hat es Lena als Torwärtin doch recht einfach: der Golden Retriever ist mit seinen vier Pfoten ganz klar im...

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45 Minuten

45 Minuten Da schafft es die Post endlich, verbraucherfreundliche Öffnungszeiten auch für Berufstätige einzuführen… und wer, bitte schön, steht in der ellenlangen Schlange Postkunden, die auf dem Weg zur Arbeit nur schnell ein Postgeschäft verrichten wollen, ganz vorne und okkupiert die eh‘ schon spärlich besetzten Schalter? Richtig: Renter! Jene Mitbürger, die nach erfüllten 60 Jahren Berufstätigkeit ihren verdienten Lebensabend geniessen können. Aber nein, die senile Bettflucht drängt unsere geliebten Mitbürger schon um halb Acht auf die Straße um all die wichtigen und dringenden Angelegenheiten zu erledigen, die keinen Aufschub dulden: das ummelden des D1-Handies vom Enkel… Ja, die Schalterdame konnte auch dem netten Herrn nach ca. 20 Minuten geduldigen auf-ihn-einredens erklären das es zwar früher die Post war die uns die Telefone geliefert hat, aber das war auf der Zeitleiste weit vor Bismarck! Jetzt noch schnell das Konto umgestellt, er habe da von so tollen Konditionen für das Sparbuch gehört. Und das müsse man ihm doch noch mal genauer erklären. Weitere 15 Minuten später endete die Belagerung des Schalters durch diesen Kunden, er zog glücklich und zufrieden mit einer Briefmarke von dannen: für den Brief an den Heilmittelversand, der ja so schöne Angebote und Proben hat… Die Sparbuchkonditionen waren dann doch nicht gut für ihn, er hätte das Geld lieber längerfristig angelegt. Nachdem dann der geneigte Postkunde die erste Hürde geschafft hat, steht er nun endlich vor dem Schalter...

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