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Autor: Heiko

Ein schönes Paar.

Ich sehe die beiden fast jeden Tag. Gemeinsam schlängeln sie sich mit mir oft durch den morgendlichen BVG-Berufsverkehr. Sie ist ein fröhlicher Typ, lacht gern und schüttelt dabei ihre rote -offensichtlich schwer zu bändigende- Haarmähne wenn ihr Begleiter Faxen macht während die beiden gemeinsam auf den Bus oder die Bahn warten. Er, ein dunkler und eher bodenständiger Typ mit glänzenden und unternehmungslustigen Augen, weiss immer wo’s lang geht und führt sie sicher durch das Gewühl ohne anzuecken. Sie vertraut ihm völlig, das merkt man sofort. Die beiden sind ein schönes Paar. Sie ziehen stets die Blicke der Passanten auf...

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Das Konzert.

Kaum ein Besucher scheint unter 35 zu sein. Die wenigen jüngeren Ausnahmen schauen verstört, aber hoffnungsvoll, in die Runde. Immerhin sind kaum Hardliner zu sehen. Es wird am Wetter liegen: bei 35 Grad zwängt man sich nicht in seine Leder- und Jeanskluft und toupiert sich 80er-Jahre gerecht die Haare hoch. Auch das poppig bleiche Make-Up würde nur verlaufen, da muss halt ein einfacher Kajal reichen. Die weiblichen Besucher treiben etwas mehr Aufwand bei der Gesichtsbemalung, zollen der Hitze aber auch ihren Tribut. Dafür gibt’s halt mehr Lippenstift. Der versierte Konzertprofi spart sich die Vorband und tritt erst kurz vor...

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Auch das ist Berlin.

Jeden Morgen quält sich auch der unmotorisierte Berliner durch den Berufsverkehr: als Ersatz für die morgendliche Rushhour dienen überfüllte S- und U-Bahnen. Wer jemals dachte das nur in einer Parfümerie eine solche Vielfalt von Düften zu finden ist, der fuhr noch nie um acht Uhr mit der U1. Menschen aller Couleur und jeden Alters befinden sich auf den Weg zu ihrem Ziel. Sei es nun um unser Bruttosozialprodukt zu steigern oder die freie Zeit mit Shopping und Spaziergängen zu verbringen. Letzteres gilt vornehmlich für die glücklich beurlaubten unter uns oder unsere Mitbürger im Rentenalter. Letztere verbringen oft ihren Lebensabend...

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Zurückbleiben bitte.

Drängler und Nörgler gibts auch in der U-Bahn. Beim einsteigen stehen diese Leute stets vorne in der Schlange; wenn nicht, dann drängeln sie sich auf den Platz den andere Wartende für die Austeigenden gemacht haben. Beim einsteigen haben es die Drängler dann plötzlich nicht mehr so eilig: gemütlich wird in den Waggon geschlendert und in der Tür stehend nach einem passablen Sitzplatz gespäht. Der Aufruf „Zurückbleiben, bitte“ schindet keinen Eindruck auf sie, auch die Tatsache das noch andere Fahrgäste auf dem Bahnsteig stehen, lässt sie kalt. Nach endloser Zeit wurde endlich ein schöner Fensterplatz erspäht und nun dürfen auch...

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Frauenfussball.

Berlin an sich ist ja schon eine ungewöhnliche Stadt, aber Kreuzberg ist irgendwie noch mal was ganz anders. Dort spielt man auch schon mal entlang der Wiener Straße spontan Fussball. Aus zwei Verkaufsständern für Ansichtskarten wird ein Tor improvisiert und Antonia und Marianne liefern sich lachend unter den anfeuernden Zurufen vorbeikommender Passenten auf dem Gehsteig packende Zweikämpfe. Während die beiden sich abrackern um den kleinen Flummi (als „Ball“ kann man das kaum bezeichnen) in’s Tor zu pfeffern, hat es Lena als Torwärtin doch recht einfach: der Golden Retriever ist mit seinen vier Pfoten ganz klar im...

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