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Smart? Watch!

Smart? Watch!

Eigentlich bin ich ja ein Early Adopter von Herzen. Neues Produkt, am besten noch von Apple? Ich bin dabei! Nicht umsonst nennt man mein Haus auch “Apfelbaum”. Aber als die “Wearables” auftauchten, vornweg die Smart Watches, da kam kein “Haben will”-Gefühl auf. Dachte ich.

Ein paar Vertreter wahren vielverspechend, allen voran die Kickstarter-Legende “Pebble”, aber Android und später auch die Apple Watch mit ihren geringen Laufzeiten und den für mich nicht erfassbaren Sinn dahinter, ließen mich Abstand nehmen. Die Apple Watch verkauft sich unter den Apple Nutzern wie geschnitten Brot und es vergeht keine Woche, in welcher nicht eine neue Android Uhr vorgestellt wird. Und sie werden auch immer schicker! Also gut. Schick im Sinne von „sie sind nicht mehr ganz so hässlich“.

Vor einigen Wochen war ich beruflich in London unterwegs und viele meiner Kollegen trugen die Apple Watch. Das wohl beliebteste Modell ist die schwarze „Sport“ mit schwarzem Armband, da sie den preiswertesten Einstieg darstellt und am neutralsten ist. Wie ich also so mit meinen Kollegen im Meeting sitze, fällt mir auf, wie fast jeder zweite einen solchen “schwarzen toten Kasten” am Handgelenk trägt. Tot, weil eben das für eine Uhr so wichtige Ziffernblatt nicht zu sehen ist. Und genau darum geht es (mir) bei einer Uhr: sie ist auch ein Stück weit Schmuck. Und das Armband allein reicht da nicht. Gedanklich habe ich das Thema (wieder einmal) abgehakt.

Tote Kästen. Egal wie schick Gehäuse und Armband sind, das Zifferblatt macht die Uhr!Tote Kästen

Tote Kästen. Egal wie schick Gehäuse und Armband auch sind, das Zifferblatt macht die Uhr!

Der Tag der Abreise kommt, ich bin etwas zu früh am Flughafen und stromere so durch die Shops. Mein Lieblingselektroniker hat gerade „Sale“, weil der Laden umgebaut wird. Auf einer Art “Grabbeltisch” wurden unter anderem diverse Vorführgeräte ohne Umverpackung angeboten. Auch einige Pebbles, die erste wirklich praktikable aber leider potthässliche Smart Watch mit einem schwarz-weissen LCD Display, das immer an ist und deren Batterie 5 bis 7 Tage halten soll. Ich nutzte die Gelegenheit um mir diese Uhr aus der Nähe anzusehen und fand die Bedienung mit Tastern an der Seite natürlich und logisch. Jahrelang von einer Uhr genau so gewohnt und wozu muss ich auch mein Zifferblatt antatschen? In einer Ecke erregt eine andere Uhr meine Aufmerksamkeit: kantiges und maskulines Stahlgehäuse, schwarzes Zifferblatt und bei genauem hinsehen: digital. Ich kannte die Pebble Steel noch nicht und sah nun eine zum ersten mal. Und sie war schick!

Rumms. Da war das “Haben will” Gefühl und für gut 50% vom Neupreis wechselte die Uhr sofort an mein Handgelenk. Ich hatte keine Ahnung was ich damit wollte, was die Uhr kann und warum überhaupt? Schnell noch einen Kaffee gezogen und mich auf eine der Bänke zurückgezogen. Mein Datenvolumen für den Auslandsaufenthalt erlaubte mir den Download der Pebble-App auf mein Handy und in wenigen Minuten war meine Uhr einsatzbereit und der Akku war auch halb aufgeladen. Das sollte doch für den Rückflug reichen? (Wie ich später dann lernte, reichte es noch für den Rest der Woche).

Unglaublich! Die unzähligen Zifferblätter  und die Auswahl an Applikationen für die Uhr, die – ich war begeistert! Auch wenn die Uhr nur ein schwarz-weisses Display hat und auch viele der sog. Watchfaces hässlich wie Nacht sind, bei den wirklich schicken Zifferblättern war die Auswahl enorm! Fast schon ärgerlich, daß bei der Pebble und Pebble Steel nur 8 Applikationen / Watchfaces gleichzeitig auf der Uhr installiert werden können.

Die Konfiguration der Watch ist simpel – per Bluetooth mit dem Handy (bei mir am iPhone) verbunden zeigt sie alle Nachrichten an, die in der Mitteilungszentrale konfiguriert sind. Leider kann man hier nicht weiter unterscheiden was am Handy und an der Uhr angezeigt wird. Android Wear ist da etwas weiter.

Sah ich anfangs überhaupt keinen Sinn darin meine Mitteilungen vom Handy auf der Uhr anzeigen zu lassen, so hat sich das durchaus als praktisch herausgestellt. Ich habe zwar ein paar Mitteilungen deaktiviert, u.a. Twitter und Whats.app (da ist dann einfach doch zuviel los), aber Skype und iMessage Nachrichten auf der Uhr sind für mich praktisch. Ich nehme mein Handy jetzt deutlich seltener in die Hand.

Bis auf einen Timer habe ich keine weiteren Applikationen auf die Pebble gespielt. Ich nutze wirklich nur die Uhrfunktion mit den phantastischen Watchfaces, ich habe eine Watchface für die Arbeit (sie zeigt mir direkt die vier Zeitzonen an, in denen ich Teams habe) und ein paar schicke Anzeigen für privat. Auch wenn es nicht immer Sinn macht, aber die Wettervorhersage für die nächsten drei Stunden im Zifferblatt eingeblendet zu haben, ist ganz nett.

Aus reiner Neugier habe ich ebenfalls angefangen eine eigene App für meine Pebble zu entwickeln. Da die Uhr nur über wenig Leistung verfügt – ein Tribut an die Lebensdauer der Batterie – wird sie recht hardwarenah in C programmiert. Eine Sprache, die ich nun so überhaupt nicht beherrsche. Entsprechend steil war die Lernkurve für mich. Aber darüber wird es noch eine gesonderte Retrospektive geben.

Ich schiele immer mal wieder rüber zu Android Wear und Apple Watch. Da Android Wear zwar auch mit dem iPhone funktioniert, aber der Funktionsumfang und das Angebot an Watchfaces und Apps stark eingeschränkt ist, kommen wir hier keinen Schritt weiter. Die Apple Watch unterliegt einer für mich wesentlichen Einschränkung: es gibt keine Watchfaces von Drittanbietern, Apple behält sich vor der einzige Entwickler zu sein. Ich muss mit den zehn Zifferblättern leben die Apple anbietet oder eine Hermes-Edition kaufen, um an dieses Zifferblatt zu kommen. Für mich ein KO-Kriterium.

Mittlerweile hat Pebble weitere Modelle auf den Markt gebracht: die Pebble Time, Pebble Time Steel und die brandneue und eher an die weibliche Kundschaft gerichtete Pebble Time Round bieten jetzt Farbdisplays, die ebenfalls immer “an” sind (mit der Einschränkung, daß sie nur 64 Farben darstellen können) und erlauben Drittanbietern sogenannte “Smart Straps” zu entwickeln. Das sind Armbänder, die über einen Anschluss an der Uhr zusätzliche Funktionen bereitstellen, wie z.B. Wifi, GPS oder andere Sensoren. Ich nehme an, daß in den nächsten Wochen noch eine weisse Pebble Time oder eine Pebble Time Steel ins Haus kommen. In der Zwischenzeit gehe noch ein paar Armbänder shoppen…

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About The Author

Heiko

BüroAmMeer. Fotografiert gern. Produktmanager, Projektleiter, Softwareentwickler, manchmal auch DJ und Game Designer, je nach Tageszeit, Erfordernis, Lust und Laune. Auswanderer, Roadsterliebhaber.

1 Comment

  1. Der Applejünger

    Mir hat sich die Welt der Smartwatches noch nicht erschlossen.
    Bin wohl zu spiessig.
    Für mich ist ´ne Uhr klassisch analog.
    Obwohl einige deiner Uhren/Armbänder schon schick sind. (Oh Gott, ich falle doch wohl nicht um…!? 😀 )

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